Naturschutzgebiet Cajas

Eigentlich war für heute eine Städtetour durch die Nachbarorte von Cuenca geplant. Allerdings hatte Maria noch so einige Hausaufgaben und Vorbereitungen für die Schule zu bewältigen. Also beschloss man, dass wir (Familie Ramos, allerdings ohne Maria, die Schularbeiten machen musste, und ich) nach Cajas. Dieses Naturschutzgebiet liegt etwa eine Dreiviertelstunde von Cuenca entfernt und nochmal etwa 1000 Meter höher (3150-4450 Meter). Deshalb nahmen wir auch das erste Mal warme Sachen mit. Auf der Fahrt dorthin merkte man, wie die Berge größer und schroffer wurden. Ale sprach, wie schon manchmal auf anderen Autofahrten, ein Gebet.

Wir hielten schließlich bei einer „Angelfarm“. Wir hatten schon mehrere davon gesehen. Diese Institutionen bestehen typischer Weise aus einem Restaurant und künstlich angelegten Teichen, in welchen man Forellen angeln kann.

Der Angelteich

Also besorgten wir uns ebenfalls Ruten (wirklich nur ein Stock mit einer Angelschnur und Haken) und Köder (roher Brotteig). Es dauerte einige Zeit, bis ich bei der Lichtreflexion die Fische unter der Wasseroberfläche fand. Allerdings hieß das nicht, dass ich jetzt erfolgreicher sein würde. Ich stellte mich zuerst als Genie darin heraus, Wasserpflanzen an Land zu ziehen und meine Köder den Fischen zu überlassen. Aber wie man so schön sagt, Übung macht den Meister. Also übte ich mich in Geduld und nach ca. 30 Minuten zappelte mein erster selbst geangelter Fisch an meiner Angel. Anschließend fingen Carlos und mein Gastvater gemeinsam mit Ale noch 3 weitere Forellen. Augusta (meine Gastmutter) beobachtete uns nur und ließ sich die Sonne ins Gesicht scheinen.

Ale mit ihrem Fisch

Zum Mittag hatten wir zuhause Burritos und Müsliriegel eingepackt, welche nun den großen Hunger stillen sollten. Auf unserem Weg zu einer Chocolateria versperrten uns allerdings ein Bus, der eine Stromoberleitund mitgerissen hatte die Zufahrt. Deshalb zeigte man mir die Lagune Toreadora. Dieser Ort erinnerte mich ein wenig an Norwegen.

Lagune Toreadora

Nach diesem kleinen Abstecher war die Zufahrt zur Chocolateria wieder frei. Also wir eintreten wollten, war diese jedoch so gut besucht, dass wir gute 15 Minuten auf einen Platz warten mussten. Als wir dann unsere Plätze zugewiesen bekommen haben, waren wir zunächst etwas überwältigt von dem Ambiente.

Ein Rundumblick von meinem Platz aus

Über all waren Schokoladenstände aufgebaut und gleich am Eingang wurden wir von einem Schokoladencaprio begrüßt. Von der Karte wählte ich eine „Chocolate de la montaña“ (Kakao ohne Zucker) und einen „Browniekeks“. Insgesamt hat es jedem gemundet und das Café ist durchaus empfehlenswert.

Nachdem wir 18.20 Uhr wieder zuhause ankamen, puzzelten mein Gastvater, Carlos und ich noch eine Weile, währenddessen Maria immer noch nicht mit den Hausaufgaben fertig war. Schlussendlich machte die gesamte Familie ihre Arbeiten – Marlon (Gastvater) machte Mathe, Augusta (Gastmutter) schrieb meine Deutschkorrektur ab und Carlos löste Physik- btw. Deutschaufgaben.

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