Das Ende der Sommerferien rückte immer näher und die Erwartung, das bald der entscheidende Anruf kommt, stieg…
Eigentlich sollte schon der 22. August zu meinem Abflugtermin werden. Allerdings musste dieser aufgrund von Corona und damit verbundenen Schwierigkeiten im Bezug auf eine Gastfamilie verschoben werden – auf den 27. August bzw. erst auf Anfang September. Gedanklich rückte der Tag des Fluges also immer weiter in den Hintergrund und es wurden Pläne fürs Wochenende geschmiedet.
Doch schon einen Tag später, am Mittwoch dem 26. August erhielten wir einen unerwarteten Anruf von der Koordinatorin aus Deutschland: Es gibt zu 99% eine Gastfamilie und im Idealfall geht es am Freitag nach Norwegen! Die 99% wurden im Laufe des Tages noch auf 100% erhöht. Jetzt hieß es endgültig Sachen packen bzw. in meinem Fall: alle Sachen, die bislang als wüster Haufen mitten in meinem Zimmer lagen, in einen Koffer (max. 23 kg) zu quetschen. Aber versuch mal einer, für ein ganzes Jahr zu packen und nur 23 kg mit zu nehmen. Schlussendlich fanden die schweren Wanderschuhe keinen Platz mehr, so dass Mama sie mir wahrscheinlich nachträglich schicken wird. Zusätzlich gab es plötzlich noch viele andere Dinge zu tun, z.B. sich bei der Ausländerbehörde registrieren.
Am Freitag (28.08.2020) ging es dann los. Mein Flug sollte 14.15 Uhr vom Flughafen Berlin Tegel nach Oslo gehen. Mama und meine Schwester verabschiedeten sich am Morgen noch von mir bevor es dann kurz vor 10 Uhr mit Papa gemeinsam nach Berlin ging. Schon auf der Fahrt überkam mich ein Mix aus Nervosität, Neugier und Aufregung. Dieses Gefühl ließ allerdings weder auf dem Flug noch auf der Fahrt zur Gastfamilie nach Stange wirklich nach.
Um überhaupt in den Flughafen zu gelangen, wurden die derzeitigen Flüge aufgerufen und man kam nur mit einer Buchungsbestätigung hinein. Deshalb bildete sich auch eine ziemlich große Menschenansammlung vor dem Eingang. Viel Abstand war da auch nicht zu finden. Der Check-in und alle weiteren Kontrollen verliefen ganz entspannt, auch wenn mein Koffer ein leichtes Übergewicht (23,1 kg; zuhause noch 23,45 kg) hatte. Auch der Flug verlief reibungslos.

Nach der Landung musste ich erstaunlicher Weise nicht lange auf meinen Koffer warten, dafür aber in der Schlange für einen kostenfreien Coronatest. Nach etwa einer Dreiviertelstunde war ich schließlich an der Reihe und durfte einen wunderbaren Nasen-Rachen-Test machen. Auch nachdem ich schon längst die Teststelle verlassen hatte, merkte ich immer noch das Gefühl von dem Stäbchen in der Nase – nicht zu empfehlen.

In der Empfangshalle warteten schon Alexandra, meine norwegische Koordinatorin, und ein anderer deutscher Austauschschüler, Kjell, mit einer kleinen Norwegenfahne auf mich. Herzlich begrüßen wir uns und ab ging die Fahrt zu Gastfamilie. Auf dem Weg dorthin hielten wir einmal, um etwas zum Abendessen zu genießen, obwohl es erst etwa 16.30 war. Allerdings ist man Abendbrot hier immer schon früher.
Also wir schließlich das große rote Haus meiner Familie errichten, hatte ich noch gar nicht realisiert, wie schnell die Fahrt vergangen ist. Nach dem Alexandra sich verabschiedete hatte, zeigte Nora (Gastschwester) und Nann-Karin (Gastmutter) das Haus. Alles sieht sehr gemütlich und freundlich aus. Ich habe mein eigenes Zimmer, was ich gestalten darf und ein Bad, was ich mir nur manchmal mit den Stiefgeschwistern von Nora teilen muss – denn diese sind nur manchmal hier. Wir haben uns den ganzen Abend gleich super verstanden und gemeinsam meine Gastgeschenke verkostet (Hallorenkugeln und Brockensplitter [und ein Kaleder über Dessau]). Gegen 20 Uhr gab es dann noch einen kleinen Abendsnack (auch typisch norwegisch) – selbst gemachte Waffeln.
In der Küche hat Nora für mich schon einige Post-its aufgehängt, so dass ich Wörter leichter lernen kann. Am Ende des Tages, nach dem ich es tatsächlich noch geschafft hatte meinen Koffer auszuräumen, fiel ich nur noch müde ins Bett. zzZzzZzzz…
Liebe Annkathrin, danke, dass ich wieder an deiner Community teilnehmen darf und freue mich, spannende Berichte zu lesen! Ganz viel Spaß und noch mehr Erlebnisse, Eindrücke wünsche ich dir von Herzen. Liebe Grüße von christiane
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Liebe Annkathrin, wir wünschen Dir eine aufregende Zeit mit vielen tollen Erfahrungen und Erlebnissen! Und wir freuen uns natürlich, daran zumindest etwas teilnehmen zu können. Liebe Grüße von Trix
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