Die letzte Woche (26.10. – 01.11.2020) begann mit einer jeden begeisternden Nachricht. Stange Videregånge Skole wurde von einer gelben auf ein rotes Coronaniveau gehoben. Das heißt, dass die Schule in 2 Gruppen geteilt wird und man abwechselnd Präsenzunterricht und Homeschooling hat. Glücklicher weise ist meine Klasse in der übrigen Woche in der Schule, allerdings ist die bedrückte Stimmung nicht zu übersehen. Das kann man sogar wörtlich nehmen. Die Kantine ist geschlossen, nur die Sportschüler dürfen an den Tischen dort sitzen und im Unterricht wird gefühlt durchgehend desinfiziert und mehr Abstand zwischen die einzelnen Tische gebracht. Kurse und Klassen werden auf mehrere Räume aufgeteilt und als ich am Dienstag die Schule betrat sah ich maximal 3 andere Schüler im gesamten Gebäude. Und ich war nicht besonders früh dran!
In den nächsten Tagen wurde der Unterricht explizit kurz gehalten. Manchmal durften wir früher nach Hause gehen, um dort Aufgaben zu erledigen, die wir sonst zusammen gemacht hätten oder wir hatten sogar Online-Unterricht, da die Lehrer den Kontakt zu anderen bestmöglich reduzieren wollten.
Am Donnerstag (29.10.2020) fand dann das größte Solidaritätsprojekt Norwegens statt – OD-dag (Operasjon dagsverk). An diesem Tag arbeitet man als Schüler gewöhnlich, um Geld für die Jugend in einem anderen Land zu sammeln. Dieses Jahr rückte das jüngste Land der Welt in den Fokus – Süd-Sudan. Am vorherigen Freitag (23.10.2020) fand als Vorbereitung auf den diesjährigen OD-dag der ID-dag (internasjonal dag) statt. Da erfuhren wir viel Neues über Süd-Sudan, Folgen von Krieg und wie man durch den OD-dag helfen kann. Das an diesem Tag erarbeitete Geld wird gesammelt und ausschließlich in die Jugendhilfe und -ausbildung gesteckt.
Aber auch diese Woche ging vorüber und das Wochenende stand vor der Tür. Da Halloween hier viel größer gefeiert wird als in Deutschland, waren wir zu einer Halloweenfeier von Lena und Ingrid eingeladen. Aber aufgrund der aktuellen Situation entschieden wir uns allerdings dazu, abzusagen, denn nicht nur in der Schule gab es neue Coronaregeln. Generell sollen sollten sich nicht mehr als 5 verschiedene Haushalte treffen. Nora hatte ebenfalls eine kleine Feier für sich und ihre Freunde geplant. Diese konnte sogar stattfinden, da nur 3 andere Leute kamen. Am Abend gesellten sich Martina, Evelin und ich uns auch noch dazu und es wurde immer lustiger, je später es wurde. Zum Ende zündeten wir auch noch die zuvor geschnitzten Kürbisse an. Den Abschluss besiegelte dann noch eine kleine Wanderung durch die Dunkelheit. Naja, eigentlich war die Nacht nicht wirklich schwarz. Es war nämlich das erste Mal seit 2001, dass es einen Vollmond an Halloween gab. Dieser leuchtete auch prachtvoll in der Ferne und erleuchtete so ziemlich alles.
