Der „Live“-Unterricht ging nach einer Woche Homeschooling in eine neue Runde. Das hieß auch, dass ich meine Klasse zum ersten Mal komplett getroffen und alle Lehrer das erste Mal wirklich im Unterricht erlebt habe.
Nann bringt uns jeden Tag zur Schule und holt Martina und mich auch immer ab. Mit Auto sind es zwar nur knapp 5 min bis zur Schule, aber zu Fuß braucht man doch in etwa 40 min. Am Montag (07.09.2020) fand ich mich erstaunlich schnell in einer Freundesgruppe wieder und hatte so auch gleich wen, mit dem ich die Mittagspause verbringen konnte. An diesem Tag stellte ich auch fest, dass ich mir ein kleines Vorhängeschloss besorgen sollte. Hier sind Schließfächer nämlich nicht kostenpflichtig sondern freizugänglich. Das bedeutet, dass man sich einfach einen freien Spint suchen kann, ein Schloss davor hängt und es zu seinem Eigen „ernennt“. So muss man nicht immer alle Bücher mit nach Hause nehmen oder seine Sportsachen zwischenparken. Am Nachmittag – als Kenneth ebenfalls wieder von Arbeit da war – bereiteten wir gemeinsam ein wichtiges Projekt vor: einen Raum für Martina bauen…
Dafür hatten wir am Wochenende bereits Maße der geplanten Wände genommen und die Menge des benötigten Materials berechnet. Also machten wir uns daran die Technik zu testen. Wir probierten verschiedene Kompressoren, Nagelpistolen und Sägen. Daher findet man nun auch zwecklose Nägel und Löcher im Türrahmen des Werkzeugschuppens… Da wir durch das Nägelschießen scheinbar auf den Geschmack gekommen waren, eröffnete uns Kenneth, dass er auch ein Luftgewähr hat. Daraufhin wurden die Baumaschinen wieder sicherverstaut und die Zielscheiben rausgeholt. Schon ging es los. Immer abwechselnd schossen Martina und ich um die Wette auf die Zielscheibe, die an der Gartenhecke lehnte. Als Kenneth uns vorgeführt hatte, was wir machen müssen, um zu treffen, sah alles so einfach aus. Aber als ich es selber versuchte, wackelte gefühlt alles und es war gar nicht mehr so einfach die Orientierungspunkte in eine Reihe zu balancieren. Nach etwa einer 20 min hatte ich einmal 11/12 Punkten und Martina sogar 12/12 Punkten geschossen. Vielleicht schaff ich das beim nächsten Versuch ebenfalls.

Einmal zielen bitte! 
Weiter wurde vergangene Woche durch ein Highlight in Chemie gekrönt. Wir experimentierten, um Metallreaktionen nachzuweisen. Durch den entsprechenden Indikator sollte sich die Flüssigkeit in den Reagenzgläsern eigentlich während des Erwärmens knallpink färben… Bei meiner Gruppe war immerhin eine leichte rosa-Färbung zu erkennen – zumindest ansatzweise die richtige Farbe.
Eigentlich wollten wir schon am Freitag (11.09.2020) damit beginnen die Wände für Martina zu errichten, aber wir wollten schließlich doch lieber die Familienzeit genießen und zusammen einen Filmsehen. Am nächsten Vormittag gingen es dann los. Zu erst musste ein Grundgerüst her. Dafür wurden Holzbalken in passender Länge an Boden, Decke und die schon vorhandenen Wände geschraubt. Um für Stabilität zu sorgen, wurden jetzt aber noch Zwichenbalken benötigt. Um effektiver zu sein, erklärte ich mich dazu bereit die Balken zuzuschneiden. Mit jedem Mal wurde ich schneller … Maße nehmen, Balken abmessen, zuschneiden, Balken abliefern. Schließlich stand die Gundlage für die Wände. Anschließend waren die Wandplatten an der Reihe. Kenneth schnitt sie zu, setzte sie zusammen und wir nagelten sie an die Zwischenbalken. Am Ende des Tages war die Hälfte der Wände schon fertig. Es fehlt noch die Dämmung, eine Tür und die Wandverkleidung für die andere Seite der Wand. Aber es blieb ja noch der Sonntag. Am Abend waren wir auch noch zum Geburtstag von Kenneths Neffen eingeladen. Henrik wurde 7, es gab Kuchen und Pizza und ich lernte viele von Kenneths Familie kennen. Ich unterhielt mich sogar etwas mit seiner Mum auf norwegisch. Als wir zurück kamen, hatten viele Lust Mario Kart auf der Switch zu spielen. Also hieß es Battletime. Diese Runde war ich deutlich besser als das letzte Mal, was wahrscheinlich daran lag, dass Nora nicht mitspielte und ich in der vergangenen Woche trainiert hatte. Ich gewann sogar einige Mal.

Freuen, bitte! 
Kürzen, bitte! 
Schrauben, bitte!
Sonntag (13.09.2020) gingen es alle ganz entspannt angehen. Als ich gegen 10 Uhr schließlich aufstand und mir einen Kaffee machte, war noch keiner außer Martina wach und wir fragten uns beide, ob bloß noch keiner wach oder die anderen eventuell irgendwohin gefahren waren. Aber schließlich wurde unsere Frage beantwortet. Der Rest der Familie lag noch im Bett. Auch an diesem Wochenende war Savannah wieder gekommen, aber selbst sie war an diesem Morgen noch nirgends zu sehen. Gegen 12.00 Uhr begann Kenneth dann damit Dämmung und Wandplatten zuzuschneiden und zusammenzubauen. Unsere Hilfe konnte er dabei von uns allerdings nicht wirklich gebrauchen. Trotzdem leistete ich ihm etwas Gesellschaft, um dem entstandenen Trubel in der Küche zu entgehen. Denn jede machte sich nun etwas zum Essen.
Zum Abendessen gab es Walbeef mit Kartoffeln, Gemüse und brauner Soße. Sehr zu empfehlen, wenn man die Chance dazu hat, es zu probieren. Danach zogen Martina und ich uns um, denn wir hatten etwas vor, was keiner von uns bis jetzt gewagt hatte. Wir machten uns auf zu einer Tanzaudition. Da wir beide noch keine feste Freizeitbeschäftigung gefunden hatten, beschlossen wir unser beider Hobby Tanzen zumindest versuchsweise fortzusetzten. PS Dance ist in dieser Region der einzige Verein/Veranstalter, der Tanzen anbietet. Zwar sind die Preise übertrieben hoch, aber zumindest ein kostenfreies Training kann man ja mitnehmen. Die Audition bestand nämlich aus einem Training mit 2 Teilen: Contemporary und Jazz. Es begann alles mit 1 h improvisierten Bewegungen mit verschiedenen Ansprüchen wie „Hände am Boden lassen“ und „Hände und Füße so weit weg vom Körperzentrum, wie möglich“. Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit einer Jazz-Choreo. Hier schlossen wir natürlich hervorragend ab, weil wir beide noch nie zuvor Jazz getanzt hatten… Nach 2 h Training waren wir geschafft und brauchten dringend eine Dusche. Ob wir es in die Tanzgruppe geschafft hatten, sollten wir am nächsten durch eine E-Mail/SMS erfahren. Schlussendlich fiel ich aber nur noch müde ins Bett!
Sehr spannend!
UUUUND, bist du in der Tanzgruppe?
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