Ausgangssperre, Käsekuchen und Kartenspiele

Die letzten Tage waren so ganz anders, als ich mir meinen Aufenthalt vorgestellt hatte. Vor 3 Tagen (17.03.2020) habe ich angefangen, Schulafgaben nachzuholen. Und das nicht, weil ich mir den Aufwand in Deutschland, alles nachholen zu müssen, sparen wollte. Sondern allein aus dem Grund, dass ich feststellen musste, wie lange so ein Tag doch sein kann. Und wenn man dann nichts zu tun hat, wird er immer länger. So verging der Tag mit Hausaufgaben.


Vorgestern (18.03.2020) machten Augusta und ich einen sehr energiereiche Käsekuchen – hier das Rezept:

Eine Packung Butter-/Vanillekekse (360g) zu Krümeln zerkleinern und mit Unmengen an flüssiger Butter (ca. 60 Terlöffel) vermischen. Anschließend diesen „Bodenmix“ in einer Springform an Boden und Seiten festdrücken. Bei Belieben kann die Form zuvor auch gerne mit noch mehr Butter eingestrichen werden. Nun werden 3 Eier, 250g Quark, eine Dose Kondensmilch (also die Kondensmilch und nicht die Dose) (397g) sowie 250g Frischkäse (Geschmackssorte natur – sprich nahezu geschmacklos) mit einem Mixer vermengt und dann in die mit Kekskrümeln bedeckte Backform gegeben. Danach wird der Kuchen trotz überstehendem Krümelrand solange gebacken, bis die Oberfläche eine leicht bräunliche Färbung angenommen hat. Backzeit und Temperatur gibt es nicht bei dieser Zubereitung. Dennoch sollte die Quarkfüllung nicht mehr flüssig sein. Nachdem der Kuchen aus dem Ofen geholt wurde und auf die gewünschte Temperatur herunter gekühlt ist, bestreicht man den selbigen mit einem Glas der süßesten Fertigmarmelade, die man nur finden kann. Zu empfehlen ist hierbei die Geschmacksrichtung Brombeere. Nun kann das Werk in 16 Stücken geteilt und verspeist werden.

Ein Stück enthält nebenbei in etwa 443 kcal. Jedoch muss bei dieser Angabe noch die eventuell verwendete Butter zum Backformeinstreichen sowie die Marmelade hinzufügen werden.

Viel Spaß beim Nachbacken 😉

Am Abend spielten wir alle zusammen „carajo“. Das ist ein Kartenspiel, bei dem man versucht die niedrigste Punktzahl auf der Hand zu haben. Wenn man derjenige ist, der die höchste hat, verliert man ein Leben. Dieses Spiel hatte ich schon in Yunguilla kennen gelernt. Allerdings schaffte ich es dieses Mal, zu gewinnen.


Gestern (19.03.2020) verlief nicht spannender als die anderen Tage. Jedoch bestand die Hauptbeschäftigung darin, das Puzzle, was wir vor etwa einem Monat begonnen hatten, zu vollenden. Das schafften Carlos und ich auch. Allerdings bedachten wir nicht, dass wir kein neues haben und uns so heute andere Beschäftigungen suchen mussten.


Heute (20.03.2020) begann wie gewohnt. Ich war die erste, die aufstand – wie eigentlich schon die gesamte Zeit. Nach dem Mittagessen zeigte mir Maria das Grundstück etwas genauer. Das Gelände ist größer als ich gedacht habe. Um genau zu sein sogar etwa 3x so groß. So gut wie alle Häuser in der Nähe gehören ebenfalls der Familie Ramos und werden meistens vermietet. In der restlichen Zeit telefonierte oder skypte ich mit Freunden und Familie.

Außerdem wurde wieder deutlich, dass – wenn wir nicht so bald wie möglich nach Deutschland zurückfliegen – es womöglich schwierig wird, wieder nach Hause zu kommen. Denn die Flughäfen werden geschlossen (um das Coronavirus zu verlangsamen) und offiziell ist der Flugverkehr in Ecuador schon untersagt. Nur Flugzeuge mit Genehmigung (Rückholaktionen) dürfen landen. Allerdings zählt Ecuador für Deutschland nun ebenfalls zu den Ländern, aus denen Reisende zurückgeholt werden. Demnach hoffe ich, dass es uns ebenfalls möglich ist, abzureisen bevor alle Flüge endgültig gestrichen werden.

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