Gestern (12.03.2020) war eigentlich ein ganz normaler Schultag. Tests und Arbeiten wurden nachgeschrieben und der Rest der Klasse, der nichts nachholen musste wurde mit der Parallelklasse zusammengelegt. Die Sprachdiplome wurden abgelegt, der Spanischkurs fand statt und es lief alles wie geplant. Vor dem vorletzten Block erreichte uns dann aber eine Nachricht, die alle erstmal überraschte: „Ab morgen ist die Schule auf unbestimmte zu, die Noche cultural und alle anderen Schulausflüge werden abgesagt und es wird eine Art virtuelles Klassenzimmer eingerichtet.“ Daraufhin durften wir gestern auch schon um 14.00 Uhr statt um 16.00 Uhr gehen.
Deshalb sind Amélie und Julieta mit zu uns nach Hause gekommen. Wir haben gemeinsam mit Carlos und einem Freund von ihm eine Variante von „Activity“ gespielt und sind anschließend noch zum Supermarkt in der Nähe gelaufen, um uns ein Eis zu kaufen. Im Supermarkt war es allerdings brechend voll – Regale wurden leer gekauft und die Schlangen an den Kassen schienen kein Ende zu nehmen.

Nachdem wir eine gewisse Ewigkeit an der Kasse anstanden, waren wir endlich an der Reihe. Maria kaufte etwas, um einen Käsekuchen zu backen. Abschließend holten wir uns jeder an der Eisdiele vorm Supermarkt ein Eis. Diesmal nahm ich die Sorte Tomate. Ich muss zu geben, dass die Geschmacksrichtung komischer klingt, als sie im Endeffekt ist. Mir hat das Tomateneis erstaunlich gut geschmeckt. Auf dem Rückweg kamen wir an „6-Uhr-Blumen“ vorbei. Diese öffnen sich nur gegen 6 Uhr abends und werden anschließend von weiß zu rosa. Einen Kolibri sahen wir ebenfalls. Wieder zurück haben wir gemeinsam den Käsekuchen gebacken und „Loving Vincent“ gesehen.
Heute (13.03.2020) hab ich erst einmal ausgeschlafen. Mit Sonnenstrahlen im Gesicht bin ich dann trotzdem schon gegen 7.30 Uhr aufgewacht. Nach einem entspannten Frühstück hab ich mitbekommen, dass in Sachsen-Anhalt, Deutschland auch gerade beschlossen wurde, dass bis zu den Osterferien keine Schule stattfindet. Anschließend hab ich den Großteil meines freien Tages dazu genutzt, Tortellinis selber zu machen – Teig ansetzten, kühlen lassen, ausrollen, zuschneiden, füllen, schließen. Ohne die wunderbare Nudelmaschiene von zuhause nimmt das wesentlich mehr Zeit in Anspruch, als ich erwartet hätte. Zum Abendessen waren die Nudeln mit Käse-Schinken-Füllung aber endlich fertig und wir ließen es uns schmecken.
