Paute, Gualaceo und Chordeleg

Gestern (08.03.2020) war internationaler Frauentag. Um diesen gemütlich zu beginnen, hatte ich mir überlegt, mit Ale zusammen Frühstück zu machen. Als ich allerdings in die Küche kam, begrüßte mich ein kleines Chaos und so räumte ich erstmal auf. Anschließend deckten Ale und ich festlich den Tisch und bucken Pancakes.

Der Frauentagsfrühstückstisch

Als schließlich alle an den Tisch gefunden hatten, ließen wir es uns schmecken und gegen 10.30 Uhr stiegen wir ins Auto. Die Familie wollte mir etwas die Umgebung von Cuenca zeigen. Zuerst machten wir uns auf in die benachbarte Kleinstadt Paute. Hier durfte ich typisches ecuadorianisches Straßenessen kosten – knusprige speckige Schweinehaut mit Mote (aufgequellter Mais), Kartoffeln und Salat (klingt schlimmer als es ist – mir hat es sehr gut geschmeckt).

Das mit einem Flammenwerfer geröstete Schwein

Anschließend fuhren wir weiter in das Zentrum von Paute und hielten an dem gleichnamigen Fluss. Dort bot man an, dass man auf Pferden reiten könne. Schon zu Hause wurde ich gefragt, ob ich Lust hätte, reiten zu gehen, was ich allerdings erst jetzt so richtig realisierte. Auf jeden Fall saß ich so gleich auf einem großen Pferd.

Ich auf dem Pferd

So wohl fühlte ich mich nicht, aber es war dann doch besser als erwartet. Zum Glück hatte ich ein ruhiges Tier erwischt, was nicht so wie Marias einfach schneller wurde. Nach ein paar Rundem am Fluss entlang war ich letztendlich aber doch froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.

Unsere Fahrt führte uns weiter durch Gualaceo – die Stadt der Schuhe. Als wie durch dieses große Dorf fuhren, sah man wirklich fast ausschließlich nur Schuhläden. Dieser Ort machte seinem Ruf echt alle Ehre. Unser nächster Halt war ein Restaurant von Freunden der Familie. Dort ließen wir uns auch gleich ein 3-Gänge-Buffet-Menü schmecken. Dort konnte ich das erste Mal Mote Pillo probieren – ebenfalls ein traditionelles Gericht aus der Region.

Familie Ramos im Restaurant

Auch den wunderschönen Garten konnten wir genießen und Maria pflückte sich eine Chirimoya.

Der Garten des Restaurants

Unser letzter Stopp war die „Ciudad Creativa de la UNESCO en artesanía y arte moderno“ – Chordeleg (auch Stadt des Schmucks). Hier gab es reichlich Schmuckläden nebeneinander. Zwischendurch hatten sich auch ein paar Läden mit traditionellen Waren eingerichtet. Dort kaufte ich auch einige Mitbringsel. Anschließend ging es wieder nach Hause. Da die ganze Familie mitgekommen war und das Auto nur 5 statt 6 Plätze hat, fuhr immer abwechselnd Carlos oder Ale im Kofferraum mit. Immer wenn ein Polizeiauto in der Nähe war, wurde schnell die geöffnete Kofferraumhaube (die, die oft einen Sichtschutz bildet) geschlossen. Auf dem Rückweg gab es sogar eine große Polizeikontrolle, aber zum Glück wurden wir nicht angehalten – nochmal Glück gehabt.

Abends sind dann noch Marias Cousin mit seiner Freundin vorbeigekommen. Es gab traditionelle Tortillas (Maisfladen) und Käse. Es wurde viel gelacht und Spaß gemacht.


Heute (09.03.2020) war dann wieder normal Schule. In der ersten Stunde schrieben alle allerdings einen Mathetest, so dass wir aus Platzgründen aus dem Unterricht entlassen wurden. Bei mittlerweile ca. 15 zusätzlich deutschen Schülern ist das auch verständlich. Am Nachmittag schauten Ale, Maria und ich „To all the boys I’ve loved before“ und zum Abendessen kam die Oma noch rüber (Sie wohnt auf dem gleichen Grundstück im Nachbarhaus). Es gab Sandwiches. Morgen und übermorgen sind Projekttage für die „Noche cultural“ in der Schule und so müssen wir nur bis 14.00 Uhr anwesend sein.

Ein Kommentar zu “Paute, Gualaceo und Chordeleg

  1. Hallo meine Große,
    es ist immer wieder eine Freude Deine Einträge und die dazugehörigen Bilder zu sehen. Ihr kommt ja echt viel rum! Habe ich auf dem Bild mit dem gerösteten Schwein im Hintergrund auf dem Grill Meerschweinchen gesehen? Diese sollen in Südamerika eine Delikatesse sein?!?
    Lass Dich über Deinen Blog ganz lieb drücken, Papa

    Like

Hinterlasse einen Kommentar