Vor 2 Tagen war „deutscher“ Karneval in der Schule. Das heißt, dass man sich anziehen kann, wie man will. Man muss also keine Schulkleidung tragen. Manche Klassen suchen sich auch ein Motto aus und verkleiden sich entsprechend. Eine 11. Klasse ist z.B. in Schlafanzug gekommen. Vor der Mittagspause fand ein kleiner Umzug der Kindergartenkinder über das Schulgelende statt. Süßigkeiten wurden von Prinzessin, Piraten und Co. geworfen. Wegen den lauten Pfiffen mussten wir sogar den Unterricht kurz unterbrechen.

Nach der Schule wurden Maria und ich von Julietas Mutter, Julieta und Amélie abgeholt. Es sollte zusammen mit Marcelo und Götz in einen Golf- und Tennisclub gehen. Auf dem Weg zu Marcelos Wohnung bedeutete uns allerdings die Polizei, rechts ranzufahren. Alle, die sich nicht angeschnallt hatten, versuchten dies hektisch. Allerdings fand Maria den Stecker nicht und tat einfach so, also ob ihre Umhängetasche ihr Gurt sei. Der Polizist merkte davon zum Glück nichts. Auf die Frage, warum wir abgehalten wurden, meinte der Ordnungshüter nur, dass wir ihm entweder das Auto oder wenigstens Geld für einen Kaffee geben sollten. Einfach so, ohne Grund. Auf die Frage, wer die Mitfahrer seien, antwortete Julietas Mutter, dass wir Familie bzw. Freunde und Touristen aus Deutschland sein. Allerdings ließ uns der Polizist nach einer weiteren kurzen Diskussion fahren, weil er keine Probleme machen wolle. Daraufhin erklärte man uns, dass man der Polizei hier nicht so richtig trauen sollte, da sie doch sehr korrupt sei.
Bei Marcelos Wohnung angelangt, stiegen alle in das größere Auto von Marcelos Familie. Es wurde viel gelacht und rumgealbert. Generell wird hier viel gescherzt und Quatsch gemacht. Als wir nach einer einstündigen Fahrt (von zuhause zum Klub) am Eingangstor hielten, musstern wir uns ausweisen. Zum Glück hatte ich vorsorglich schon in Deutschland in alle meine Taschen/Koffer eine Kopie meines Passes gelegt, so dass ich jetzt kein Problem bekam. Nach der Ausweiskontrolle setzte uns Marcelos Mutter am Restauranteingang ab und wir machten uns auf zum Fußballfeld. Ja, wir fuhren in einen Golf- und Tennisklub, um Fußball zu spielen und das erste, was passierte: Götz schoß den Ball durch ein Loch im Netz, was um/über den Platz gespannt war. Das geschah noch so einige Male… Nach ca. 2h Fußballspielen gingen wir zum Restaurant, um Abendbrot zu essen. Man könnte denken, dass man von den Preisen erschlagen wird, aber sie waren sogar bei manchen Gerichten doch noch deutlich unter deutschen Restaurantpreisen. Ich entschied mich für eine kalte Fischsuppe mit einer frischen Kombination (Ceviche Fresca Combinación) . Fisch war zwar nicht in der Suppe enthalten, dafür aber Mango und dazu warmes Popkorn.

Nachdem wir noch etwas Zeit dort im Schwimmbad abgesessen und uns dann einen Weg über die mit Riesenkäfern besetzte Terasse zum Auto gesucht hatten, ging es zu zehnt in einem Auto für maximal sieben Personen nach Hause. Als wir 30min später ankamen, fiel ich nur noch müde ins Bett. Es war inzwischen schon nach 22 Uhr.
Gestern fand dann ecuadorianischer Karnevall statt. Damit ist eine riesige Schaum-/Schlamm-/Wasserschlacht gemeint. Bis zur 5. Stunde gab es noch normalen Unterricht. Danach wurde allen für die letzten beiden Stunden frei gegeben. Aber schon am Ende der letzten Schulstunde begann die Klasse, die Fenster mit Plakaten zuzukleben und die Spinte und Tische so aufzubauen, dass sie als Umkleidekabinen nach dem Karneval benutzt werden konnten. Maria und ich „spielten“ allerdings nicht mit, da Maria krank war und ich mit wirklich Sorgen um meine einzigen Alltagsschuhe, die ich mit habe machte. Also schauten wir uns „Die Eiskönigen 2“ in der Bibliothek an.

Spint-Tisch-Umkleiden 
Deutsche Austauschschüler nach dem ecuadorianischen Karneval 
Platz aus Schaum und Matsch
Am Nachmittag zeigten Maria und Julieta Amélie und mir Cuenca. Der Karneval war auch hier zu merken. Wir wurden z.B. aus einem Auto mit Wasser beschossen und ich wurde, als wir in eine Eisdiele gehen wollten, aus dem Stock darüber mit einer Flasch Wasser bekippt.

La catedral de Cuenca 
Maria, Giulietta, Amelie und ich vor der Kathedrale von Cuenca 
Die erste Straße in Cuenca 
Litschis, die wir bei einer Urenwohnnerin aus der Schubkarre gekauft haben 
Blumenmarkt 
Ruinen der Felder der Inka 
Denkmal des Atahualpa (ein Inkaanführer) 

Einer der 4 Flüsse von Cuenca 
Puenta rota 
Eine, der vielen Kirchen 
Sonnenuntergang über Cuenca
Zum Abschluss des Tages schauten wir bei Julieta zuhause einen Film und ihr Oma und Mutter bereiteten uns extra Popcorn und Ananassaft zu.
Heute klingelte der Wecker später als sonst – es ist Wochenende und Ferienbeginn (Fastnachtsferien). Und weil es noch nicht genug Karneval bis jetzt gab, besuchten wir (meine Gastfamilie, ein guter Freund der Familie und Sohn und ich) heute den traditionellen Karnevalsumzug in Cuenca. Zwischen Wasser und Schaum mit dem man sich gegenseitig besprühte, fand man von Artisten über Kinder bis zur Königin von Cuenca und Politikern jeden. Straßenverkäufer wollten Schaumsprays an den Mann bringen und ein traditionales Karnevalgetränk aus Mais wurde kostenlos verteilt. Bei dem Gedränge musste ich schon auf meine Wertsachen aufpassen und mein Gastvater fragte mich auch mehrfach, ob ich mein Handy noch hätte. Es wurde getanzt, gejohlt und jeder war fröhlich.

Die Königin von Cuenca 
Ich tanzte mit einem Umzugsteilnehmer.
Anschließend waren wir beim Italiener zum Mittagessen. Wir bestellten nicht wie in Deutschland jeder eine Pizza, sondern wir orderten 2 riesige Pizzen von denen jeder 2 Stücken bekam. Als Nachtisch gab es für jeden 2 Kugeln Eis. Ich nahm Guayaba (ecuadorianische Frucht) und Schokolade. Nach einem kurzen Spatziergang durch die Stadt und einen Schlenker in einen Schuhladen stiegen wir wieder ins Auto, um zurückzufahren. Wieder daheim heißt es Sachenpacken und Blogschreiben, denn morgen steht der erste größere Ausflug an – nach Yunguilla.