Fußballmatch und Eis essen

Gestern war mein 2. Schultag. Bevor es zur Schule ging, habe ich noch die Gastgeschenke übergeben. Maria hat sich sehr über die Tulpenzwiebel gefreut und ihre Mutter meinte, dass ich „große“ Geschenke mitgebracht habe. Die 1. Stunde war Kunst. Jeder hat irgendwas gemalt und ein Thema war nicht wirklich zu erkennen. Aber was soll’s. Hier ist sowieso einiges anderes.

In der anschließenden Pause wanderten dann alle – im Unterschied zu vorgestern – zu den Tribünen um das Fußballfeld vor der Schule. Auf diesem machten sich schon 2 Mannschaften warm – „Deutschland gegen Ecuador“. Zuerst haben die Mädchen gespielt und danach in den Stunden die Jungs. Die Jungs hatten wohl eine Art Finale, weswegen trotz Unterricht 5/6 Klassen raus kamen, um gespannt dem Spiel zuzusehen. Wir Deutschen durften schon die ganze Zeit aus dem Unterricht und zusehen. In der nächsten Pause nahm der Trubel aber erst richtig seinen Lauf. Kleine Kinder rannten mit Deutschlandflaggen um das Feld und ein Trommler spielte die ganze Zeit. Man fieberte und jubelte mit bis zum geht nicht mehr. Die Quintessenz war, dass Deutschland immer verloren hat und niemand für die besseren Mannschaften war. 😦

Die ersten Mannschaften beim Aufwärmen

Nach der Schule fragte Marias Mutter mich, ob ich ein Eis essen möchte und da es angenehm warm war, bejahte ich. Daraufhin luden wir zuhause die Schwester, die Oma und den Hund Vilu ein und es ging zum Supermarkt. Davor gab es einen Eisladen. Ich habe Schoko-Nuss genommen und es hat sehr gut geschmeckt. Es gab auch eine verwirrende Sorte – Tomate. Das nächste Mal muss ich sie ausprobieren. Anschließend waren wir noch einkaufen. Der Supermarkt war über 2 Etagen groß. Einfach riesig – Regale nur mit 2KG-Säcken Reis und Mais gefüllt.

Wieder zuhause zogen Maria und ich uns Sportsachen an, denn jetzt hieß es: ab ins Fitnesstudio. Maria meinte, dass sie jeden Tag ins Gym geht, was ich aber nach den Sportversuchen in Deutschland noch nicht ganz glauben konnte. Im Studio kannte Maria sich aus und hatte einen Plan im Kopf – 20min laufen und dann verschiedene Übungen für die Muskelgruppe des Tages. Die Fitnesstrainer waren sehr hilfsbereit und machten viele Witze. Trotzdem war ich danach so fertig wie schon lange nicht mehr. Ich habe sofort gemerkt, dass die Luft hier oben viel dünner ist. Marcelo und Götz sind irgendwann auch noch gekommen.

Mein Gastvater, -bruder und Maja haben uns abgeholt. Zuhause zogen wir uns dann schnell um und es ging weiter nach Cuenca zu dem Geburtstag einer Cousine. Sie lebt eigentlich in Spanien, ist aber zu ihrem 36 Geburtstag mit ihrem ca. 6 Monate alten Kind nach Ecuador gereist. Alle haben uns super nett begrüßt und es hieß gleich: „Willkommen zuhause“. Es gab Reis und Hühnchen mit Ei-Kartoffel-Stampf und Salat mit Mango. Später, nachdem gesungen wurde, gab es noch einen total überzuckerten Schokokuchen. Zucker ist hier gefühlt überall 70% zu viel dran.


Heute gab es geröstetes Weißbrot Marmelade und Frischkäse zum Frühstück. Mir wurden noch 2$ für das Mittagessen und Kekse in die Hand gedrückt und ab ging die Fahrt zur Schule.

In der 1. Pause trafen wir (Maria, Aaron, Julietta, Götz, Amélie und ich) uns mit einigen anderen Ecuadorianern. Es wurde ein Schachspiel herausgeholt und der fehlende Bauer durch einen Flaschendeckel ersetzt. Götz zog sein Handy raus und nun wurde auf Zeit gespielt – hin, her, hin, her, …

Zum Mittagessen gab es heute Reis mit Hühnchen und Kochbanane. Also die Banane war nicht so mein Fall, aber Reis schmeckt immer. Abschließend kamen die letzten beiden Stunden. Der Lehrer stellte sich bei mir persönlich (als einzige neue Schülerin) als Herrn Katze vor. Er unterrichtet in meiner Klasse Geschichte und das auf seine ganz eigene Art. Das muss man einfach einmal erleben haben. Ich musste mich mehrmals zusammenreißen, um nicht loszulachen oder mir mit der Hand gegen die Stirn zu schlagen.

Nach der Schule bin ich mit meiner Gastmutter in das größte Einkaufszentrum von Cuenca gefahren, um eine SIM-Karte für mich zu kaufen. Die Mall ist zwar etwas größer als das Rathaus-Center in Dessau, aber ich würde fast sagen, dass wir in Dessau mehr Läden beherbergen. Nach einem erfolgreichen Kauf fuhren wir zurück und Marias Mutter erzählte mir etwas über die Stadt. Cuenca hat z.B. 4 Flüsse und eine Uni für Philosophie.

Anschließend ging es heute wieder zum Sport. Wir hatten uns mit Julieta, Amélie, Marcelo und Götz verabredet, denn hier geht man nicht gemeinsam einkaufen oder ins Kino – nein, man geht zusammen zum Sport. Auf dem Heimweg mussten wir eigentlich laufen, was nicht weit gewesen wäre. Aber Julietas Mutter hat uns in ihrem Auto im Mini-Format mit genommen. Das heißt, wir haben uns auf der Rückbank für 2 zu 4 reingequetscht. Das ist hier wohl auch nicht so ungewöhnlich.