Mein erster Schultag

Mein Zimmer

Der Wecker klingelte heute kurz nach 6 Uhr. Maria meinte gestern noch, dass es reicht um 7 Uhr aufzustehen, aber ich wollte noch meinen Rucksack für die Schule packen und ganz entspannt aufstehen. Tatsächlich war ich gar nicht so müde wie erwartet, aber die Höhe ließ meinen Kopf trotzdem brummen. Zusammen gegessen wird hier nicht – zumindest nicht zum Frühstück. Jeder kam, wann er wollte und ging, wenn er fertig war. Es gab Kakao aus dem Mixer und frische Eierkuchen. Maria hat mir 2$ fürs Mittagessen, eine Flasche Wasser und Bananenchips für die Schule mitgegeben. Die Bananenchips sind frittiert und gesalzen – schmeckt super. Mit dem Auto fuhr uns Marias Mutter (noch in Schlafsachen) anschließend in die Schule. Die etwa 3min lange Fahrt hätte man auch problemlos in 5min zu Fuß gehen können. Am Schultor öffnete ein Sicherheitsmann die Türen des Autos und ließ uns in die Schule. Hier im Colegio Aleman werden Kindergartenkinder, Grundschüler und Gymnasiasten unterrichtet. Der Unterricht ist auf Deutsch, Englisch und Spanisch. Jede Klasse hat ihren Klassenraum und die Schulklingel ist der absolute Horror. Frau Peña (sie betreut den Austausch in Ecuador) hat uns herzlich willkommen geheißen. In meiner Klasse (10A) gibt es noch 2 andere deutsche Austauschschüler. Sie fahren schon in 4 Wochen wieder.

Ein kleiner Teil des Schulhofs

Die 1. Stunde war die Klassenratsstunde. Wofür diese gut sein soll, hab ich nicht verstanden, denn es war laut, einige haben ihre Schließfächer aufgeräumt und allgemein herrschte ein ziemliches Chaos. Die Stunden danach sahen nicht viel anders aus. In der 2. durften wir Austauschschüler gehen und uns irgendwie die Zeit vertreiben. In der 3. Stunde haben die Ecuadorianer ein Buch gelesen und die Langeweile ging weiter. Das 1. Mal wirklich etwas tun, musste ich in Mathe. Wir sollten ein Arbeitsblatt zur Trigonometrie lösen. Danach setzte sich das Dasitzen und Nichtstun aber fort. Ich musste lernen, dass man bei Langeweile und in jeder Pause isst oder sich was zu essen kauft oder beides.

Da Maria heute eine Exkursion in ein Klärwerk macht, durfte ich schon mit ihrer Schwester Ale um 1 Uhr nach Hause fahren. Wir wurden direkt vom Tor abgeholt.

Zusammen mit der Oma, der Mutter und der Haushaltshilfe essen wir Mittag – eine kartoffel-selerie-ähnliche Suppe mit salzigem Popcorn und Pasta mit Zitronen-Weißkohl-Salat. Auf diese Kombinationen wäre ich nie gekommen. Anschließend unterhielt ich mich ziemlich lange mit Ale. Sie erzählte mir wie eine kleine Lehrerin – Hände auf dem Rücken verschränkt um mich herum wandernd, dass sie Deutsch nicht mag, weil es so lang sei. Wir spielten eine Rund Steinchenspiel (mit anderen Regeln als wir zuhause – ich blicke noch immer nicht durch) und wir sprangen Trampolin. Ich machte auch Bekanntschaft mit den 3 Hunden der Familie – Velu, Luna, Pequeños. Velu darf auch ins Haus und Ale meinte, dass sie mich möge. Das ist an sich auch nicht schlecht, aber dieser Hund ist mir fast die ganze Zeit hinterher gerannt und war der Meinung mich immer abschlecken zu müssen. Sie hat zwar schön weiches Fell, aber auf den Geist geht sie mir schon jetzt. Ich hoffe, ich träume nicht von ihr…